Basische Lebensmittel stellen die gesunde Säure-Basen-Balance wieder her. shutterstock_1499488313_j.chizhe

Basenfasten zu Hause: Unsere einfache Anleitung

Sanft, aber effektiv: Mit dem Basenfasten können Sie der Übersäuerung entgegenwirken und beste Voraussetzungen zum Entgiften schaffen. Wie es funktioniert und was Sie beachten sollten.
von Dunja Rieber

Was ist Basenfasten?

Das Basenfasten ist die wohl genussvollste und sanfteste Art, um den Körper zu entsäuern, zu regenerieren und auch, um ein paar Pfunde loszuwerden. Es wird nicht gehungert und auch auf feste Nahrung müssen Sie nicht verzichten. Dadurch lässt sich das Basenfasten sehr einfach zu Hause durchführen, aber auch genauso gut in den Arbeitsalltag integrieren, wenn Sie es möchten.

Wie funktioniert das Basenfasten?

Im Mittelpunkt des Basenfastens steht unser Säure-Basen-Haushalt. Permanent laufen in unserem Stoffwechsel chemische Prozesse ab. Wie gut sie funktionieren, hängt auch davon ab, wie sauer oder basisch wir sind. Im Normalfall reguliert sich der pH-Wert automatisch. Aber manchmal überfordern wir das empfindliche System, wir übersäuern. Eine säurelastige Ernährung ist eine der häufigsten Ursachen hierfür. Dazu kommen die zahlreichen künstlichen Stoffe und chemischen Substanzen, mit denen wir heute konfrontiert sind. Das Basenfasten wirkt der Übersäuerung entgegen. Das macht es unserem Stoffwechsel leichter, Abbauprodukte auszuscheiden.

Gibt es Schlacken? Das sagt die Wissenschaft

Viele Schulmediziner mögen den Begriff „Schlacken“ nicht. Unbestritten ist allerdings, dass in unserem Stoffwechsel Abbauprodukte anfallen, die der Körper entsorgen muss. Überflüssiges wird über Blut und Lymphe abtransportiert. Ob dies reibungslos abläuft, hängt auch von einem konstanten pH-Wert ab – und genau den können wir mit einer basischen Ernährung unterstützen.

Basenfasten: Welche Lebensmittel erlaubt sind, welche nicht

Das einfache Prinzip des Basenfastens: Es werden nur basische, nährstoffreiche Lebensmittel gegessen, die den Körper beim Entsäuern unterstützen, also sogenannte Basenbildner.

Basenbildner sind vor allem Gemüse, Obst, Kräuter, Sprossen, einige Nüsse und hochwertige kaltgepresste pflanzliche Öle. Diese können Sie z. B. als Salat, Suppe oder Gemüsepfanne zubereiten. Auf Säurebildner wie Fleisch, Fisch, Süßigkeiten, Milchprodukte, Weißmehl, Eier und auch auf Alkohol und Nikotin sollten Sie dagegen verzichten.

Hier sehen Sie in unseren großen Tabelle, welche Lebensmittel säurebildend und welche basenbildend sind

Basenfasten-Plan – so klappt es im Alltag

Ideal ist, wenn Sie das Basenfasten mit einer Dauer von 5 bis 14 Tagen durchführen. Sie möchten erstmal mit weniger starten? Auch mit zwei Tagen Basenfasten z. B. am Wochenende entlasten Sie Ihren Körper und die Verdauung bereits.

  • Basenbildner essen: Gemüse, Obst, Säfte, frische Kräuter, Wildkräuter, Kartoffeln, Salat, Sprossen, Mandeln, Macadamia, Paranüsse, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, kaltgepresste pflanzliche Öle wie Leinöl und Olivenöl sowie Obstessig werden basisch verstoffwechselt. Schnell gemacht ist mittags oder abends z. B. eine pürierte Gemüsesuppe, ein Salat oder eine Kartoffel-Gemüsepfanne. Wenn Sie es Suppen cremig mögen, verwenden Sie am besten pflanzliche Mandelsahne. Damit können Sie auch prima ein Kartoffelgratin zubereiten.
  • Mehr Gemüse als Obst: Beim Basenfasten sollte der Gemüseanteil bei etwa 70 Prozent liegen. Der Obstanteil sollte 30 Prozent nicht übersteigen.
  • Nur reifes Gemüse und Obst: Achten Sie darauf, dass Gemüse und Obst voll ausgereift sind. Nur dann werden sie basisch verstoffwechselt und sind auch nährstoffreicher.
  • Schonend zubereiten: Zerkochtes Gemüse liefert keine wichtigen Mikronährstoffe. Bevorzugen Sie in der Pfanne gedünstetes oder gedämpftes bzw. in wenig Wasser gegartes Gemüse.
  • Säurebildende Lebensmittel meiden: Fleisch, Fisch, Brot, Süßigkeiten, Milchprodukte, Weißmehl, Eier, Fertigkost, Kaffee, Alkohol und Nikotin sollten Sie minimieren.
  • 2,5 bis 3 Liter täglich trinken: Trinken Sie am besten Mineralwasser oder Kräutertee, z. B. Brennnessel. Welche Teesorten das Entsäuern unterstützen, erfahren Sie hier.
  • Basisches Frühstück: Morgens können Sie sich z. B. einen Fruchtsalat, einen Smoothie oder einen Mandeljoghurt mit etwas Obst zubereiten.
  • Drei Mahlzeiten am Tag: Der Körper nutzt Verdauungspausen, um zu regenerieren. Essen Sie drei Mahlzeiten am Tag, mit mind. 3 bis 4 Stunden Abstand dazwischen. Essen Sie die letzte Mahlzeit des Tages vor 18 Uhr.

Ebenso wichtig: Darm, Lymphe und Lunge

Stress wirkt säurebildend. Achten Sie daher besonders während des Basenfasten auf die nötige Entspannung, z. B. beim Spazieren gehen oder Radfahren. Am besten an der frischen Luft. Denn das erleichtert den Lungen das Abatmen der durch das Entsäuern abgebauten Säuren. Körperliche Aktivität regt nicht nur die Darmtätigkeit an, sondern auch das Lymphsystem. Die Lymphe ist leider ein wenig beachteter Teil unseres Körpers, der aber zum Entgiften und Entsäuern enorm wichtig ist. Lymphbahnen durchziehen unseren Körper wie ein Netz und transportieren Stoffwechselprodukte ab. Jede Art von Bewegung regt den Lymphfluss an und unterstützt so auch das Entgiften.

So bringen Sie Ihren Lymphfluss in Schwung

Wichtig, um Ihren Darm zu schonen: Rohkost ist nährstoffreich, aber zu viel kann den Verdauungstrakt überfordern. Generell sollte Rohkost beim Basenfasten nur einen Teil der täglichen Gemüseportion ausmachen und nicht nach 14 Uhr verzehrt werden.

Basenfasten: So geht es danach gesund weiter

Nicht nur Naturheilkundler sind davon überzeugt: Schon durch einige Tage Basenfasten lässt sich ein Säureüberschuss im Körper abbauen – und der Körper dadurch deutlich entlasten. Nachhaltig wird es, wenn Sie auch nach der Kur möglichst gesund, nährstoffreich und basentont essen. Wie das funktioniert? Lesen Sie hier, wie Sie Ihrem Körper weiterhin im Alltag beim Entgiften unterstützen und hier finden Sie weitergehende Informationen zum Säure-Basen-Haushalt.

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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

4 Kommentare

  • Hartmut

    Super Beitrag. Ich weiß nur nicht ob ich das auch durchhalte. Fange erstmal mit zwei Tage an. Schaun wir mal.
    Gruß
    Hartmut

  • Christine kamann

    Der Artikel ist super und sehr verständlich geschrieben .
    Werde es auf jedenfall machen
    Lg Christine

  • Doris Launert

    Hallo Frau Rieber,
    Ich befinde mich momentan im Intervall-Fasten-Modus (zwischen abends 20.00 Uhr und 12.00 Uhr mittags trinke ich nur Tee und Wasser.
    Ich würde gern morgens zusätzlich „Ölziehen“ , weiß aber nicht ob dass während des Fastens sinnvoll ist oder evtl. Verdauungsprozesse in Gang bringt.

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Doris Launert

  • Albrecht Leuerer

    Guten tag Frau Rieber,
    ich bin fastenerfahren (Buchingerfasten) und bekam von meiner letzten Fastenleiterin ein Folgeangebot zum Basenfasten.
    Ich bin bei meiner Recherche zum Thema auf Ihren sehr interessanten Artikel gestoßen und habe eigentlich nur eine Frage die nach dem Lesen übrig geblieben ist.
    Woher weiß ich daß mein Körper nicht bereits in einem guten basischen Zustand ist?
    Muß ich mich da auf eine grobe Einschätzung meinerseits verlassen oder läßt sich das gar messen?

    Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
    Mit freundlichem Gruß
    Albrecht L.

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