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Der Darm denkt mit – Was Bauch und Gehirn verbindet

Etwas „aus dem Bauch heraus entscheiden“ bedeutet instinktiv und ohne viel Nachdenken zu handeln. Dass der Bauch aber tatsächlich mitdenkt, klingt erst einmal komisch. Doch mittlerweile weiß man, dass er eng mit den Vorgängen in unserem Gehirn verbunden ist. So gibt es viele Parallelen mit der Schaltzentrale im Kopf und eine regelrechte Nervenstrang-Autobahn zwischen Darm und Gehirn.

von Christian Rieder

Paracelsus, der Schweizer Arzt, Astrologe und Theologe, ahnte bereits vor knapp 500 Jahren, dass das Zentrum des Wohlbefindens in Bauch und Darm sitzt. Heute zweifelt niemand mehr an der Richtigkeit seiner Einschätzung. Und weil mehr als 70 Prozent aller Abwehrzellen im Darm sitzen, wird dem acht Meter langen Organ auch eine führende Rolle für das Immunsystem zugeschrieben.

Doch damit nicht genug: Rund 100 Millionen Nervenzellen umhüllen den Darm und sind dabei eng mit dem Gehirn im Kopf verbunden. Interessant dabei ist, dass deutlich mehr Nervenstränge vom Bauch ins Gehirn führen (90 Prozent), als umgekehrt. Deshalb wird der Darm auch „Bauchgehirn“ genannt.

„Bauchhirn“ steht in ständigem Kontakt mit „Kopfhirn“

Dringt man noch tiefer in das Beziehungsgeflecht von Bauch und Gehirn vor, lässt sich feststellen, dass das Bauchhirn dem Kopfhirn in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich ist: So findet man hier zum Beispiel die gleichen Zelltypen. Außerdem gleichen sich auch die aktiven Wirkstoffe sowie Rezeptoren und sie reagieren auch gleichzeitig auf dieselben Botenstoffe (Histamin, Serotonin und Dopamin). So steht das Bauchhirn in ständigem Kontakt mit dem Kopfhirn.

Die Darmflora – der Schlüssel für ein intelligentes Bauchgehirn

Der Schlüssel für einen gesunden Darm ist eine intakte Darmflora, also das ausgeglichene Zusammenleben unzähliger Bakterienstämme. Dieses Gleichgewicht ist besonders sensibel. Antibiotika beispielsweise können die physiologische Darmflora für Monate stören. Ebenso ungünstig sind auf Dauer hastig eingenommene Snacks und Fastfood, Zucker, Fertigprodukte und häufige Knabbereien.

Was wir selbst für unseren Darm tun können

Unsere moderne Lebensweise ist eine große Herausforderung für unsere Darmflora. Als besonders belastend gelten industriell hergestellte und veränderte Nahrungsmittel mit hohem Gehalt chemischer Zusätze. Verwenden Sie deshalb – wann immer es möglich ist – frische Lebensmittel, möglichst saisonal, regional und in Bioqualität. Die Devise sollte lauten: Selbst zubereiten und wissen was drin steckt. Auch spezielle Lebensmittel wie milchsauer vergorene Gemüsesäfte sind sehr gut für die Darmflora. Und statt über gezuckerte Getränke freut sich Ihr Darm viel mehr über stilles Wasser und Tee.

Weiter Tipps für Ihre Darmgesundheit finden Sie hier: Der Darm – so wichtig ist die Schaltzentrale in unserem Bauch

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Christian Rieder

ist seit 2006 für LaVita aktiv. Für den Ernährungswissenschaftler und 2-fachen Familienvater ist eine gesunde und nachhaltige Lebensweise keine Doktrin, sondern eine Sache, die Freude macht und auch schmeckt. Und das fängt bei ihm schon im Kühlschrank an. Darin ist fast alles in Bioqualität, vom eigenen Hochbeet oder von persönlich bekannten Erzeugern.

2 Kommentare

  • Hannelore Rentsch-Millin

    Ich finde alles sehr interessant und einleuchtend. Ich weiß nur nicht, was „vergorene“ Gemüsesäfte sind. Ich stelle mir darunter Sauerkrautsaft vor. Ich koche alles frisch und wir essen auch wenig Fleisch. Da wir schon alte Leute sind, essen wir überhaupt wenig, aber, da wir regelmäßig LaVita trinken, werden wir kaum Mangelerscheinungen haben.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Liebe Frau Rentsch-Millin,
      das klingt nach einer gesunden Lebensweise! Sauer vergorene Gemüsesäfte sind Säfte wie z. B. Sauerkrautsaft, aber auch Möhrensaft oder Tomatensaft, die mit bestimmten Bakterienkulturen versetzt werden, die Milchsäure bilden. Sie erkennen solche Säfte im Handel am Aufdruck „milchsauer vergoren“. Auch LaVita enthält übrigens milchsauer vergorene Gemüsesäfte.
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

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