Gesund altern: So investieren Sie in Gesundheit als Altersvorsorge sirtravelalot/Shutterstock.com

Gesundheit als Altersvorsorge: Investieren Sie in sich selbst!

Unsere moderne Medizin macht es möglich: Zwar werden wir im Durchschnitt immer älter, doch gesünder leben wir dadurch nicht automatisch. Aber was bringen uns die zusätzlichen Jahre, wenn wir sie nicht gesund erleben dürfen? Darum ist jede Investition in Gesundheit die beste Altersvorsorge.

von Christian John

Es ist eine paradoxe Situation: Die durchschnittliche Lebenserwartung in Ländern wie Deutschland steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an. 1950 lag sie für Frauen bei 68 Jahren und für Männer bei 64 Jahren. Im Jahr 2015 wurden Frauen durchschnittlich schon 83 Jahre alt, Männer 78 Jahre. Und für das Jahr 2040 prognostizieren Forscher und Statistiker einen Anstieg auf 86 bzw. 82 Jahre.

Aber obwohl wir im Durchschnitt stetig älter werden und auch die medizinische Versorgung zunehmend besser wird, werden wir kranker. Die Zahl derer, die an Zivilisationskrankheiten leiden, wächst stetig und es trifft sie immer früher. Das macht das Älterwerden mehr als beschwerlich.

Gesundheit als Altersvorsorge

Beim Wort „Altersvorsorge“ sollten wir deshalb nicht nur an Renten und Spareinlagen denken, sondern auch an unsere Gesundheit. Denn je früher wir anfangen, uns um unsere Gesundheit zu kümmern und uns fit zu halten, desto mehr bekommen wir dafür im Alter zurück. Und wer sich nun denkt „Ich bin schon alt, das lohnt sich bei mir sowieso nicht mehr“, den können wir beruhigen: Da wir nie wissen, wie alt wir werden, ist es nie zu spät, mit der Vorsorge zu beginnen um (möglichst) gesund zu altern.

Gesund altern durch Ausdauer, Fitness, Beweglichkeit

Wir werden alle älter. Das ist ein natürliches Gesetz und die Medizin hat noch keine Mittel gefunden, den Alterungsprozess zu stoppen. Das Älterwerden bringt aber automatisch „Verschleißerscheinungen“ unseres Körpers mit sich. Die Beweglichkeit lässt nach, unsere Muskelkraft nimmt ab, die Gelenke zwicken und knarzen.

Sie müssen sich damit aber nicht abfinden. Regelmäßiger Sport – auch in moderaten Dosen – hilft, den altersbedingten Abbau zu verlangsamen. Wer gesund altert und sich für sein Alter noch fit fühlt, kann die Zeit mit seinen Enkeln, Familien und Freunden besser genießen. Außerdem ist regelmäßiger Sport auch ein probates Mittel gegen zahlreiche Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes Typ II oder Rückenprobleme.

Soziale Netzwerke pflegen

Soziale Netzwerke gibt es nicht nur in der Onlinewelt und erst recht nicht erst seit der Erfindung von Facebook und Co. Das Pflegen sozialer Netzwerke war ein wichtiger Teil unserer menschlichen Evolution und ein Grund dafür, dass wir uns zu denkenden und entscheidenden Individuen entwickelt haben. Die Größe des sozialen Netzwerkes aus Familie, Freunden, Bekannten spielt dabei keine Rolle: die Qualität der sozialen Bindungen ist ausschlaggebend!

Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass Menschen mit intakten sozialen Bindungen auch im Alter gesünder sind, sowohl körperlich als auch seelisch. Man treibt gemeinsam mehr Sport, spricht häufiger über Probleme und Wünsche und kann oftmals auch auf die Hilfe seines Netzwerks zurückgreifen.

Daher: Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte. Jedes Telefonat, jedes Treffen, jedes Gespräch ist dabei auch eine Investition in Ihre Gesundheit.

Ernährung als Alterselixier

Dass Ernährung einen großen Anteil an unserer Gesundheit hat, ist unbestritten. Die „eine“ wahre Ernährungsform, die allen hilft (und vor allem allen schmeckt!) gibt es jedoch nicht. Denn wir haben unterschiedliche Vorlieben, körperliche Bedürfnisse und Voraussetzungen. In einem sind sich aber die Experten einig: Unsere Ernährung sollte ausgewogen, vitaminreich und so natürlich wie möglich sein. Fertiggerichte, Zusatzstoffe und stark verarbeitete Lebensmittel sollte man so wenig wie möglich zu sich nehmen.

Wie groß der Anteil der Ernährung am Altern ist, haben Forscher herausgefunden, die die Lebensweise der ältesten Menschen der Welt untersucht haben: Auf der Welt gibt es fünf Regionen, in denen die Menschen überdurchschnittlich alt werden. Und in jeder dieser Regionen spielt die Ernährung eine besondere Rolle. Hier erfahren Sie mehr über den Speiseplan der ältesten Menschen der Welt.

Verabschieden Sie sich von ungesunden Lastern

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Rauchen ist extrem ungesund. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum verkürzt starkes Rauchen die Lebenszeit um 10 Jahre. Rauchen hat schwerwiegende Folgen auf unsere Gesundheit. Es ist Auslöser verschiedener Krebsarten, verursacht Atemwegserkrankungen und schädigt das Herz-Kreislauf-System. Und auch hier gilt: Selbst, wenn Sie spät aufhören, hat das noch deutliche positive Effekte auf Ihre Gesundheit.

Nutzen Sie die medizinische Vorsorge

Meist steht ein Besuch beim Arzt nur im Akutfall an. Aber mit zunehmendem Alter, und das beginnt schon Mitte 30, sollten Sie regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. Denn zahlreiche Erkrankungen haben einen vielfach höheren Behandlungserfolg, wenn sie frühzeitig entdeckt werden (etwa Bluthochdruck, Darmerkrankungen, Diabetes Typ II). Glücklicherweise übernehmen die Krankenkasse heutzutage einen Großteil der Vorsorgekosten. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, welche Vorsorgeuntersuchungen übernommen werden und nehmen Sie diese auch in Anspruch.

Offen sein – positiv denken

Zahlreiche Studien belegen: Optimisten leben länger und können besser gesund altern! Forscher fanden kürzlich heraus, dass ältere Menschen, die generell viel klagen und eine eher negative Einstellung zum Altern haben, auch öfter von Befindlichkeitsstörungen geplagt sind. Eine selbsterfüllende Prophezeiung sozusagen.

Zu einem positiven Lebensstil gehört auch, gerne etwas Neues zu lernen. Wer sich regelmäßig neue Dinge aneignet, bleibt neugierig und hält sein Gehirn auf Trab. Versuchen Sie, jeden Tag mindestens eine neue Sache zu lernen. Das kann ein neues Rezept sein, dass Sie noch nie gekocht haben, ein recherchierter Begriff, den Sie noch nie wirklich verstanden haben oder eine Tätigkeit, an die Sie sich noch nie gewagt haben. Wer neugierig und optimistisch ist, bleibt auch im Alter (geistig) fit!

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Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler, Anthropologe und ganzheitlicher Gesundheitsberater (IHK) interessiert den zweifachen Vater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren und gesundes Essen.

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