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Ernährung weltweit: So sehr unterscheiden sich die Empfehlungen der Länder

Ist Obst eine Süßigkeit und wie oft soll eigentlich Känguru auf den Tisch? Was zu einer gesunden Ernährung gehört und was nicht, definiert jedes Land selbst. Wir geben Ihnen einen Überblick über die „Ernährungspyramiden“ ferner Länder sowie die Ernährung weltweit.

von Cora Högl

Ernährungsempfehlungen und deren grafische Darstellung sind ein zentrales Element, wenn es darum geht, die Prinzipien einer gesunden Ernährung zu veranschaulichen. Einfache Grundregeln, Lebensmittelgruppen, strahlende Farben und Formen sollen dabei helfen, dass uns die gesunde Ernährung in Fleisch und Blut übergeht.

Dabei entscheidet jedes Land für sich, was als „gesund“ gilt. 83 von 215 Ländern der Welt haben bisher Ernährungsempfehlungen definiert. Und so unterschiedlich die Kulturen, Bräuche und Vorlieben sind, so bunt ist auch der Strauß an Pyramiden, Tellern und Kreiseln.

Deutschland

Hierzulande gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die offiziellen Empfehlungen zur gesunden Ernährung heraus. Sie werden durch eine dreidimensionale Pyramide veranschaulicht, deren Seiten die Lebensmittelgruppen „Getränke“, „Pflanzliche Lebensmittel“, „Tierische Lebensmittel“ und „Fette und Öle“ darstellen. Je weiter oben die Lebensmittel auf der Pyramide stehen, desto seltener sollten sie genossen werden.

Gesunde Vertreter der jeweiligen Gruppe sind dagegen unten angesiedelt. Wer den Überblick nicht ganz verlieren möchte, der sollte sich den Boden der Pyramide ansehen. Hier gibt der Ernährungskreis Empfehlungen zur Quantität der einzelnen Lebensmittel: 30 Prozent aus der Kohlenhydrat-Gruppe, 26 Prozent Gemüse, 17 Prozent Obst, 18 Prozent Milchprodukte, 7 Prozent Tierische Proteine und 2 Prozent Öle und Fette werden empfohlen.

Österreich

Österreich setzt bei den Ernährungsempfehlungen weiterhin auf die klassische zweidimensionale Pyramide. Sie besteht aus sieben Stufen: Getränke, Gemüse und Obst, kohlenhydratreichen Lebensmitteln, Milchprodukte und Öle, Fisch sowie Fleisch und Eier, Butter und Sahne, Süßigkeiten.

USA

Einen minimalistischen Ansatz wählen die USA. Ihr Teller zeigt gerade einmal Überbegriffe der Lebensmittelgruppen und das vage Verhältnis der Gruppen zueinander. Die Hälfte der Mahlzeiten soll demnach aus Obst und Gemüse bestehen. Der Rest aus Getreideprodukten und Eiweißlieferanten.

Japan

Ein Kreisel symbolisiert in Japan die gesunde Ernährung, bei der es das Gleichgewicht zu halten gilt. Dabei stellt das asiatische Land die klassische Pyramide auf den Kopf. Angetrieben wird der Kreisel von der Bewegung, Mittelpunkt sind reichlich Getränke wie Wasser und Tee. Ungewöhnlich und sehr überraschend ist bei Japans Empfehlung die negative Einordnung von Obst ganz unten in der Speisepyramide – nebst Milchprodukten. Das wiederum ist bei den überwiegend laktoseintoleranten Japanern nachvollziehbar.

Australien

Australien geht bei seinen Empfehlungen auf die unterschiedlichen Kulturen ein: Die überwiegend westlich geprägten Australier bekommen daher einen anderen Ernährungskreis als die Nachfahren der australischen Ureinwohner. Auf deren Kreis findet sich zum Beispiel auch Känguru- und Echsen-Fleisch. Nicht auf den täglichen Teller gehören dagegen Süßigkeiten, Softdrinks und Alkohol.

Benin (Westafrika)

Der westafrikanische Staat Benin ist einer von nur zwei afrikanischen, die bisher überhaupt eine Ernährungsempfehlung abgegeben haben. Benin versucht ebenfalls an die Kultur seines Landes anzuknüpfen und gibt seine Empfehlungen in Gestalt einer typischen Hütte mit Strohdach heraus.

Das ist gesund – da ist man sich bei der Ernährung weltweit einig

So unterschiedlich die Empfehlungen auf den ersten Blick und im Detail auch sein mögen, einige Gemeinsamkeiten finden sich bei fast allen. So raten die meisten zu einem reduzierten Salzkonsum und weniger gesättigte Fettsäuren aus tierischen Lebensmitteln. Obst und Gemüse sollen jedoch reichlich und jeden Tag auf den Teller, genauso wie ungesüßte Getränke wie Wasser und Tee.

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Cora Högl

arbeitet seit 2013 als Redakteurin bei LaVita. 2015 machte sie ihre Ausbildung zum "Ganzheitlichen Gesundheitsberater IHK". Privat ist sie am liebsten in der Natur unterwegs - mit Ihrem Mann, ihrer kleinen Tochter und den beiden Familienhunden.

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