Was Großmutter noch wusste: Diese Hausmittel helfen. shutterstock_1485910475_gpointstudio

Die besten Hausmittel – was wirklich hilft

Die meisten Großmütter wussten noch, wie wir unserem Körper bei alltäglichen Beschwerden mit Hausmitteln aus der Natur helfen. Erfahren Sie, wie Sie mit sanften Methoden die Abwehr stärken und die Selbstheilungskräfte unterstützen.  

von Dunja Rieber

Ob Husten, Erkältung oder Ohrenweh: Oft lohnt es sich, auf altbewährte Hausmittel zurückzugreifen. Mit sanften Mitteln lassen sich die Selbstheilungskräfte und die Abwehr des Körpers mobilisieren, natürlich und möglichst ohne Nebenwirkungen. Hier zeigen wir Ihnen beliebte Hausmittel, wie sie wirken und welche Rezepturen sich bewährt haben. 

Gesunde Geheimnisse: Probieren Sie es aus!

Viele Hausmittel werden aus Heilpflanzen oder Kräutern mit phytomedizinischer Wirkung hergestellt. Doch nicht nur Heilpflanzen tragen lindernde Stoffe in sich. Auch Lebensmittel sind unter den beliebtesten Hausmitteln zu finden.

Heute manchmal in Vergessenheit geraten, wurden Hausmittel früher von Familie zu Familie wie ein gut gehüteter Schatz weitergeben. Mittlerweile wächst auch bei Medizinern das Interesse an den naturheilsamen Rezepturen.

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Doch auch wenn Hausmittel mild erscheinen: Viel hilft nicht immer viel. Auch hier kommt es auf die richtige Anwendung und Dosierung an. Daneben kursieren auch einige Hausmittel-Irrtümer wie zum Beispiel der Rat, Mehl auf Wunden und Verbrennungen zu geben. Andere Hausmittel haben sich in der Erfahrungsmedizin bewährt und vielfach gibt es sogar eine wissenschaftliche Erklärung:

1. Hausmittel bei Husten: Honig-Holunder-Sirup

Schon im Mittelalter schätzten Klosterfrauen Honig als Mittel bei Husten und Heiserkeit. Heute empfehlen ihn sogar Wissenschaftler der Oxford-Universität. In einer Meta-Analyse, die im British Medical Journal erschienen ist, verglichen sie die Wirkung von Honig gegenüber herkömmlichen Medikamenten bei Husten und Heiserkeit. Das Ergebnis: Honig schnitt sogar besser ab. Bei Patienten, die das Hausmittel Honig verwendeten, klangen die Beschwerden bis zu zwei Tage früher ab. Ein altbewährtes Hausmittel gegen Husten und Heiserkeit ist zum Beispiel Honig-Holunder-Sirup – damit kombinieren Sie die Vorteile des Honigs mit den Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen des Holundersaftes.

Anwendung: Nehmen Sie hierfür 200 ml Holundersaft, 300 ml Bio-Honig und erwärmen Sie beides in einem Topf. Wichtig: Der Sud darf nicht kochen, sondern nur bis etwa 40 Grad erwärmt werden, dann bleiben die gesunden Inhaltsstoffe erhalten.

Nach dem Abkühlen bewahren Sie den Honig-Holunder-Sirup am besten gut verschlossen im Kühlschrank auf. Lassen Sie bei Heiserkeit und Husten alle drei Stunden einen Teelöffel Honig-Holunder-Sirup auf Ihrer Zunge zergehen.

Natürlich können Sie auch Ihren Kräutertee (bewährt bei Husten hat sich Thymian) mit Honig süßen. Allerdings sollte dieser dann etwas abgekühlt sein, um die Inhaltsstoffe des Honig zu schonen.

Wichtig: Bei andauernden oder starken Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Kleinkinder unter einem Jahr sollten keinen Honig verzehren.

2. Hausmittel bei Erkältung: Hühnersuppe

Millionenfach bewährt, hat es die gute alte Hühnersuppe sogar in das medizinische Fachjournal „Chest“ geschafft. Die Suppe ließ Schleimhäute abschwellen, linderte so Schmerzen und Erkältungsbeschwerden. Die Forscher vermuten einen entzündungshemmenden Effekt. Zudem liefert Hühnerfleisch reichlich Zink, das unsere Abwehr unterstützt. Gemüse wie Möhren, Porree, Sellerie und Petersilie enthalten weitere das Immunsystem unterstützende Mikronährstoffe.

Anwendung: Am besten gleich einen großen Topf Hühnersuppe zubereiten und in Einzelportionen einfrieren. So haben Sie einen Vorrat für den Fall der Fälle.

3. Hausmittel zum Gurgeln: Räuberessig mit der Kraft der Kräuter

Räuberssig ansetzen: Verwenden Sie eine Mischung gesunder Kräuter.

Verwenden Sie zum Ansetzen des Räuberessigs eine bunte Vielfalt an Kräutern, zum Beispiel Rosmarin, Thymian und Salbei.

Einer Sage nach sollen vier Räuber im 18. Jahrhundert während die Pest die Welt in Atem hielt, ungeachtet der Seuche durch Paris gezogen sein. Bei sich hatten sie stets einen mit speziellen Kräutern versetzten Essig. Nach ihrer Festnahme bot man ihnen die Freiheit für ihr Geheimrezept gegen die Seuche. Der Essig erhielt daraufhin den Namen „Vierräuberessig“ bzw. kurz Räuberessig. Laut Legende enthält der Essig Knoblauch sowie eine Mischung an Kräutern. Es kursieren verschiedene Rezepturen, häufig genannt werden Pfefferminze, Rosmarin, Thymian, Salbei, Schafgabe, Ingwer und Spitzwegerich. Lassen Sie frische Kräuter am besten zwei Tage trocknen, um den Wasseranteil zu reduzieren. Auch getrocknete Kräuter eignen sich, nehmen Sie davon jedoch nur die Hälfte der Menge.

Anwendung: 2 frische Knoblauchzehen, je 1 TL grob gehackte Pfefferminze, Rosmarin, Thymian, Salbei, Schafgabe und Spitzwegerich mit 250 ml naturbelassenem Apfelessig ansetzen, verschließen und für zwei Wochen bei Raumtemperatur ziehen lassen, anschließend durch einen Filter abgießen. 1 EL Räuberessig in ein halbes Glas Wasser verrührt, eignet sich wunderbar als Gurgelmittel bei Erkältungsgefahr oder beginnendem Halskratzen. Der Essig ist wohlschmeckend, verwenden Sie ihn gerne auch zum Kochen oder für Salate.

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4. Hausmittel bei Schlafstörungen: Ayurvedische Moon Milk

Nicht nur bei Erkältungen schlafen wir oft schlechter. Dabei wäre Erholung gerade dann so wichtig. Dieses schlaffördernde Rezept stammt aus der ayurvedischen Heilkunde: Etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen getrunken, soll die Moon Milk (Moon engl. für Mond) für Entspannung sorgen und so das Ein- und Durchschlafen erleichtern und für wohltuende Entspannung sorgen. Die Milch hat ähnlich der hierzulande klassischen Milch mit Honig eine beruhigende Wirkung, enthält aber zusätzliche Gewürze.

Anwendung: Geben Sie einen Becher Hafer- oder Bio-Kuhmilch mit je einer Prise Zimt, Muskat und gemahlener Vanille sowie 1 TL Honig in einen Topf. Gut umrühren, erwärmen – und genießen!

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5. Hausmittel gegen Erkältung: Anti-Viren-Tee

Ingwer, Kurkuma, Honig und Zitrone ergeben einen wohltuenden Teesirup.

Ein altbewährtes Hausmittel und eine Wohltat für unseren Körper: Diesen Kurkuma-Tee-Sirup mit Ingwer können Sie ganz einfach selber machen. Ingwer gilt als antibakteriell und er enthält zudem gesunde Scharfstoffe. Kurkuma ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, dazu kommen die gesunden Inhaltsstoffe des Honigs und Vitamin-C-reicher Zitronensaft.

Anwendung: 1 Zitrone, 20 g Kurkuma und 75 g Ingwer waschen. Danach die Zutaten in dünne Scheiben schneiden und in ein Einmachglas geben. 250 g Honig hinzufügen und alles für ca. 24 Stunden ziehen lassen.
Im Kühlschrank aufbewahrt, bleibt der Erkältungstee-Sirup einige Wochen frisch. Für einen wohltuenden Erkältungstee geben Sie ein bis zwei Teelöffel des Tee-Sirups in ein Glas und gießen diesen mit nicht zu heißem Wasser auf, um die Inhaltsstoffe zu schonen.

6. Hausmittel bei Ohrenweh: Zwiebelauflage

Wärmende Zwiebel-Auflagen wirken schmerzstillend bei Ohrenschmerzen. Zwiebeln enthalten zudem Stoffe, die als keimtötend und entzündungshemmend gelten.

Anwendung: Für eine Zwiebelauflage geben Sie eine gehackte Zwiebel in ein Stoffsäckchen (oder eine alte Baumwollsocke). Legen Sie das Säckchen 3 bis 5 Minuten in kochendes Wasser. Nun auf angenehme Körpertemperatur abkühlen lassen! Am besten das heiße Wasser mit einem Löffel etwas ausdrücken. Das Zwiebelsäckchen aufs Ohr legen, mit einer Mütze oder einem Stirnband befestigen und für eine Stunde wirken lassen.

Wichtig: Bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung oder länger andauernden Schmerzen einen Arzt zu Rate ziehen.

Vorbeugen ist die beste Medizin

Es gibt zahlreiche bewährte Hausmittel bei Erkältungen. Am besten ist es natürlich, vorzubeugen und Erkältungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür sollten Sie Ihre Abwehr stärken und sich und Ihr Immunsystem gegen die kalte Jahreszeit wappnen. Hier lesen Sie was Sie jetzt für starke Abwehrkräfte tun können. Das Immunsystem klug & optimal stärken: Über den Einfluss der Ernährung auf unser Immunsystem können Sie hier mehr erfahren.

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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

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