Die richtige Ernährung beeinflusst unser Hautbild shutterstock_381113020_mimagephotography

Falten, Entzündungen & Co. – Fahrplan für eine schöne Haut

Du bist, was du isst – unsere Haut ist ein Spiegelbild der Ernährung. Denn sie erneuert sich stetig und ist dabei auch auf die notwendigen Vitamine und Spurenelemente angewiesen. Was unsere Haut braucht und was ihr weniger guttut.
von Dunja Rieber

Wer sich manchmal wünscht in einer anderen Haut zu stecken, hat alle paar Wochen die Chance dazu. Wir sind im wahrsten Sinne „Schuppentiere“. Jeden Tag verlieren wir abgestorbene Hautzellen und es bilden sich neue.  Etwa alle vier Wochen hat sich unsere Haut einmal komplett erneuert. Damit dieser Prozess problemlos abläuft, muss unsere Haut aus der Tiefe heraus mit verschiedenen Stoffen versorgt werden, die wir über unser Essen aufnehmen. Auch die richtige Pflege oder besser gesagt „Nicht-Pflege“ spielt eine Rolle, denn manchmal reichen sogar Wasser und die richtige Ernährung von innen für eine schöne Haut.

Diese fünf Maßnahmen können Ihnen zu einem klaren und gesunden Hautbild verhelfen:

1. Mikronährstoffe für die Haut: Den gesunden Hautstoffwechsel fördern

Wir vergessen oft, dass das „Baumaterial“ der Hautzellen unsere Ernährung ist. Essen wir viel Frisches wie Gemüse und Obst führt dies zu einem anderen Hautbild als wenn wir uns von Fast Food ernähren. Der Hautstoffwechsel ist komplex und auf viele verschiedene Mikronährstoffe angewiesen. Gerät das System aus dem Gleichgewicht, kann es zu Rötungen, trockenen Stellen und weiteren Störungen kommen. Wichtig für eine gesunde Haut:

  • Unser Haut-Stoffwechsel ist auf viele verschiedene Mikronährstoffe angewiesen. Biotin, Niacin und Vitamin B2 unterstützen eine gesunde, normale Haut. Ebenso die Spurenelemente Zink und Jod.
  • Durch Stress, Smog und UV-Strahlung, aber auch durch Genussmittel wie Rauchen entstehen in der Haut freie Radikale, die den Hautstoffwechsel „angreifen“. Sogenannte Antioxidantien, das sind Vitamin E, Vitamin C, Vitamin B2, Mangan, Kupfer, Zink und Selen, schützen Ihre Hautzellen vor diesem oxidativen Stress und helfen so unsere Haut vor vorzeitiger Hautalterung zu bewahren.
  • Geht es um die Ernährung für eine schöne, gesunde Haut, ist Teamarbeit gefragt: Für einen gesunden Hautstoffwechsel müssen wir unsere Hautzellen mit allen hierfür notwendigen Vitaminen und Spurenelementen versorgen. Essen Sie am besten möglichst bunt, greifen Sie zu ballaststoffreichen Vollkornprodukten wie Haferflocken sowie guten Fetten (wie Omega-3-Fettsäuren) aus Leinöl oder Lachs.
  • Wasser ist der Hauptbestandteil unserer Hautzellen. Dr. Michael Boschmann von der Berliner Charité untersuchte, wie Wasser Trinken sich auf unsere Haut auswirkt: Wer reichlich Wasser trinkt, fördert die Vitalität seiner Haut. Schon zehn Minuten nach dem Trinken wird die Haut besser durchblutet und mit Mikronährstoffen und Sauerstoff versorgt. Klingt banal, ist aber ein wichtiger Faktor. Denn nicht selten trinken wir an einem Tag mehr Becher Kaffee als Wasser.

2. Für ein gesundes Haut-Mikrobiom: Den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen

Genau wie unser Darm besitzt auch die Haut ein eigenes Mikrobiom. Darin befinden sich auch unerwünschte Bakterien und Pilze. Solange sie durch ausreichend „gute“ Keime in Schach gehalten werden, schaden sie unserer Haut nicht. Gerät die gesunde Flora jedoch aus dem Takt, können sich „schlechte“ Bakterien vermehren – Entzündungen, Pusteln und gerötete Stellen sind die Folge. Neben einem schwachen Immunsystem kann auch ein verschobener Säure-Basen-Haushalt dazu führen, dass das gesunde Hautmilieu aus dem Gleichgewicht gerät:

Sämtliche Stoffwechselprozesse sind abhängig von bestimmten pH-Werten, so auch unser Hautstoffwechsel. Doch unsere heutigen Ess- und Lebensgewohnheiten führen häufig zu einem Säureüberschuss in der Ernährung. Und dieser Säureüberschuss muss abgepuffert und ausgeleitet werden – zum Teil über unsere Haut. Dadurch kann sich das natürliche Säure-Basen-Gleichgewicht der Haut verschieben. Der natürliche „Schutzmantel“ der Haut wird zerstört und Bakterien finden einen Nährboden. Mit einer basenüberschüssigen Ernährung gehen Sie dieses Problem bei ihren Ursachen an. Mehr über eine basische Ernährung erfahren Sie in unserem Artikel Übersäuerung: In 7 Schritten zu einem gesunden Säure-Basen-Haushalt

3. Faltenbeschleuniger: Rauchen, Fast Food, zu viel Sonne

Viele Anti-Aging-Cremes enthalten Vitamin A, E oder C. Laut Dermatologin Dr. Yael Adler wurde in Studien nachgewiesen, dass diese zwar einen Hauch von Verbesserung bringen können. Allerdings ist der Unterschied oftmals so gering, dass er kaum wahrgenommen wird. Denn so viel wir auch Cremen: Falten entstehen in unserer zweiten Hautschicht, der Lederhaut, in die Cremes kaum vordringen können. Besser und wirkungsvoller sei es, so Dr. Yael Adler, die Haut von innen durch eine gesunde Ernährung schön zu halten. Zusätzlich sollten wir uns von Faltenbeschleunigern wie Rauchen, Fast Food oder zu viel Sonne fern halten.

4. Anti-Entzündungs-Maßnahme: Zucker, Fleisch und Kuhmilch reduzieren

Eine ausgewiesene Haut-Diät gibt es nicht. Doch einige Lebensmittel können Hautprobleme verstärken. Es wird vermutet, dass Kuhmilch und zuckerreiche Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index Entzündungen in der Haut fördern können. Dazu zählen auch Weißmehl, süße Getränke und viele Snacks. Diese Lebensmittel lassen den Blutzuckerspiel und die Insulinausschüttung in die Höhe schnellen – unsere Talgdrüsen vergößern sich, Entzündungen der Haut, rote Stellen und Pickel werden gefördert. Auch Fleisch und Fleischwaren können durch die enthaltene Arachidonsäure eine entzündete Haut fördern. Am besten probieren Sie aus, wie Ihre Haut reagiert, wenn Sie einige Zeit auf diese Lebensmittel verzichten bzw. diese in der Ernährung reduzieren.

5. Die richtige Pflege: Weniger ist mehr

Die Kosmetikindustrie hält für jeden Hauttyp scheinbar passende Produkte bereit. Doch viele Cremes und Mittelchen übertünchen die eigenen Schutzmechanismen unserer Haut. Zu viel oder zu starke Reinigung  zerstört zum Beispiel den Säureschutzmantel der Haut. Umstrittenes Mineralöl oder künstliche Zusätze wie Konservierungsmittel können die Haut zusätzlich reizen. Um die eigenen Schutzmechanismen wieder zu aktivieren, empfehlen Dermatologen die Haut zwei bis drei Wochen nur mit Wasser zu waschen. So spüren Sie, wo Ihre Haut wirklich Unterstützung braucht und ob die Pflege eher Feuchtigkeit oder Fett spenden sollten. Naturkosmetik ist frei von unerwüschten Zusätzen, doch auch hier sollten Sie die individuelle Verträglichkeit prüfen.

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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

4 Kommentare

  • Manfred Völklin

    Ich habe ein anderes Problem. Seit ich zweimal am Tag La Vita einnehme habe ich mehrmals am Tag eine sehr extrem starke Mundtrockenheit. Am Trinken liegt es garntiert nicht. Ich habe meine Trinkgewohnheit beibehalten und trinke tägl. mind. 2 Liter Wasser. Was mache ich falsch oder mit was kann ich diese Beeinträchtigung erfolgreich behandeln. Auch nach dem Trinken von Wasser hält der Zustand nicht lange an, bis die Trockenheit wieder einsetzt. Auch das Kauen von Kaugummi hilft nur kurz.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Lieber Herr Völklin,
      dieses Problem ist uns bisher nicht bekannt. Allerdings ist Mundtrockenheit kein seltenes Problem und entsteht z. B. durch hormonelle Umstellungen, als Nebenwirkung von Medikamenten oder durch den Genuss von Nikotin, viel Kaffee oder schwarzem Tee. Gut, dass Sie weiterhin auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Die Naturheilkunde empfiehlt das Kauen von eingien Fenchelsamen oder etwas Ingwer, um den Speichelfluss anzuregen. Aus der Ferne sind die Ursachen leider schwierig zu beurteilen. Am besten sprechen Sie Ihre Mundtrockenheit auch bei Ihrem nächsten Arztbesuch an.
      Herzliche Grüße und alles Gute für Sie,
      Dunja Rieber

  • Annegret

    Ich esse häufig Dinkelflocken statt Haferflocken. Haben diese die gleiche Wirkung?

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Liebe Annegret,
      Dinkelflocken und Haferflocken sind sich in vielen Eigenschaften ähnlich: Reich an Ballaststoffen, hochwertiges Eiweiß, viele B-Vitamine und Zink. Haferflocken enthalten zusätzlich besonders viel des hafertypischen Ballaststoffs Beta-Glucan (ein löslicher Ballaststoff), der sich positiv auf die Blutfettwerte und den Blutzuckerspiegel auswirken kann. Die Schleimstoffe des Hafers schützen außerdem die Magenschleimhaut. Am besten wechseln Sie öfters die Sorten ab, um in den Genuss möglichst vieler positiver Lebensmittel-Eigenschaften zu kommen.
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

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