So schmeckt der Winter - Rotkohl, Orangen und Datteln. Fotolia/61538009/Barbara-Pheby // Fotolia/62839721/zhekos // Fotolia/47800925/Vesna-Cvorovic

So schmeckt der Winter

In der kalten Jahreszeit schmecken deftige, warme Gerichte und natürlich süße Naschereien einfach am besten. Dass diese lecker und zugleich gesund sein können, zeigen wir Ihnen hier.
von Cora Högl

Orangen

Die leicht säuerliche Frucht hat in den Wintermonaten Hochsaison. Orangen zählen – nach Äpfeln und Bananen – zu den beliebtesten Früchten der Deutschen. Kein Wunder, denn sie schmecken nicht nur lecker, sondern liefern auch eine Extraportion Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe.

Ursprünglich stammen die Orangen übrigens aus China, was auch ihr Zweitname „Apfelsine“ (Apfel aus China) verrät. Erst seit dem 15. Jahrhundert ist die Orange bei uns in Europa bekannt. Um bei Orangen auf der „gesunden“ Seite zu bleiben – vor allem, wenn Sie die Schale benutzen möchten – raten wir zu Bio-Orangen aus fairem Anbau.

Zubereitungs-Tipp: Frisch genießen oder als frisch gepresster Saft

Gewürze

Früher waren Nelken, Zimt und Anis so begehrt, wie heute (leider) das Erdöl. Nichts erinnert uns so angenehm an den Winter und an Weihnachten wie ihr Geruch. Mit ihren ätherischen Ölen und sekundären Pflanzenstoffen tragen sie nicht nur zu unserem Wohlbefinden bei, sondern sind auch gesund. Natürlich sollte man es mit der Menge nicht übertreiben.

Rotkohl oder Blaukraut schmeckt klassisch warm, aber auch als frisch als Salat.

Rotkohl

Rotkohl, auch Blaukraut, Rotkraut oder Blaukohl genannt, ist ein typisches Wintergemüse. Für die blaue bis violette Farbe im Rotkohl sind Anthocyane zuständig, sekundäre Pflanzenstoffe die antioxidativ wirken. Ob der Kohl eher blau oder rot erscheint, entscheidet übrigens der pH-Wert des Bodens, auf dem er wächst. Je saurer der Boden, desto roter der Kohl – je alkalischer, desto blauer. Gibt man beim Kochen Essig hinzu, färbt sich der Rotkohl ebenfalls mehr rot als blau.

Würde man heute fragen, welche Farbe der Rotkohl bzw. das Blaukraut hat, würden wir wohl übereinstimmend „lila“ sagen. Im mittelalterlichen Sprachgebrauch allerdings existierte die Farbe „Lila“ nicht. Dinge waren entweder rot oder blau. Das Wort „Lila“ stammt aus dem arabischen Raum und kam erst im 18. Jahrhundert zu uns – da hatte der Rotkohl und das Blaukraut allerdings schon seinen Namen und wurde nicht mehr in „Lilakohl“ umbenannt.

Neben den Anthozyanen enthält der Rotkohl auch viel Eisen, Vitamin C sowie Senföle und liefert reichlich Ballaststoffe.

Zubereitungs-Tipps: Gekochter Rotkohl klassisch mit Äpfeln und Nelken oder als Rotkohl-Salat (hierbei bleibt besonders viel Vitamin C erhalten)

Zwiebeln werden oft unterschätzt, dabei runden sie jedes Gericht ab und sind sehr gesund.

Zwiebeln

Egal ob rot, gelb oder weiß – die Zwiebel gehört in fast jedes deftige Gericht, egal ob in der mediterranen, asiatischen oder deutschen Küche. Die Knolle aus der Familie der Lauchgewächse rundet aber nicht nur jede Mahlzeit ab, sondern ist auch noch besonders gesund. Gerade die roten Zwiebeln stecken voller Antioxidantien und sekundärer Pflanzenstoffe, wie z. B. Sulfide, Anthocyane und Quercetin.

Dass wir beim Zwiebelschneiden öfter mal in Tränen ausbrechen liegt übrigens an dem Enzym Alliinase, das mit der ebenfalls in der Zwiebel enthaltenen Aminosäure Isoalliin reagiert. Werden beim Zerschneiden der Zwiebel ihre Zellen gequetscht, kommen die beiden vorher getrennten Inhaltsstoffe zusammen und reizen Augen und Schleimhäute. Das ist zwar in der Regel unbedenklich, aber nervig. Darum gibt es diverse Hausmittelchen und Tricks dagegen. Sie reichen vom Löffel im Mund bis zur Taucherbrille. Fakt ist aber: Je schärfer das Messer, desto weniger „Reizgas“ tritt aus.

Zubereitungs-Tipps: Zwiebelsuppe, Zwiebelkuchen

Eine Gans zu Weihnachten - darauf wollen viele nicht verzichten.

Gans

Für viele gehört der Gänsebraten nach wie vor in die Weihnachtszeit. Ob bereits als Martinsgans oder zum Festtagsessen am Heiligen Abend – die Nachfrage nach Gänsen steigt seit Jahren. Was viele Verbraucher leider nicht wissen: 85 Prozent der in Deutschland verspeisten Gänse stammen aus Intensivhaltungen in Polen oder Ungarn. Nicht selten werden die Gänse dort in ihrem kurzen Leben (rund 16 Wochen) lebendig gerupft um Daunen für Kissen und Jacken zu liefern.

Wer diese Art der „Tierproduktion“ nicht unterstützen möchte und trotzdem nicht auf einen Gänsebraten verzichten will, sollte eine Öko-Gans von einem regionalen Halter beziehen. Diese müssen Sie oft einige Tage bis Wochen vorbestellen und sie kostet natürlich auch mehr (12-15 € pro kg statt 4 € pro kg im Supermarkt). Auch im Restaurant sollten Sie sich keine Illusionen machen: Wer nicht explizit ökologische Tierhaltung oder den regionalen Erzeuger auspreist, der wird auch keine Gans aus artgerechter Haltung servieren.

Walnüsse schmecken nicht nur lecker, sie sind auch gesund.

Walnüsse

Erst nach ca. zehn Jahren trägt ein Walnussbaum Früchte. Dann beschenkt er seine Besitzer jeden Herbst mit bis zu 40 kg Nüssen pro Jahr. Nüsse die im Dezember noch gesammelt werden, sollten Sie trocken, kühl und möglichst luftdicht lagern.

Als optimales „Gehirnfutter“ versorgen uns Walnüsse mit essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und vielen Mineralstoffen. Sie stammen übrigens ursprünglich ebenfalls aus Asien und waren schon in der Jungsteinzeit eine begehrte Energiequelle. Bei den Römern galt die Walnuss als königliche Steinfrucht und wurde als Fruchtbarkeitssymbol verehrt. Ihr Name kommt übrigens nicht von den riesigen Meeressäugetieren, sondern wurde abgeleitet von „Welschnuss“ oder auch „Walchnuss“. Als Welsche oder Walche bezeichneten die Germanen früher die Römer, welche die neuartigen Nüsse in unsere Gefilde brachten.

Datteln sind im Winter eine leckere und gesunde Nascherei.

Datteln

Die Datteln, die wir kennen, sind meist getrocknet und oft sogar schon entsteint. Eigentlich sind sie Beeren der weiblichen Dattelpalme. Diese trägt erst nach ca. 30 Jahren Früchte, weshalb die Bäume auch besonders wertvoll sind.

Trotz Ihres hohen Zuckergehalts gelten Datteln als gesunde Snacks zwischendurch, denn sie enthalten auch viele Ballaststoffe. Darum werden sie auch „Brot der Wüste“ genannt. Ihre Erntezeit ist zwischen September und Januar. Darum gibt es sie jetzt auch frisch zu kaufen. Frische Datteln sollten Sie im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Tage verzehren. Die getrockneten Früchte halten mehrere Monate bis zu einem Jahr.

Und wie schmeckt Ihr Winter?


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Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita und aktuell in ihrer ersten Babypause. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

1 Kommentar

  • Rudolf Rüger

    Hallo H. Truntschka
    Ich bin Baujahr 1961 und kenne Sie schon seit Ihrer Karriere als Eishockyspieler.
    Vor genau 1 jahr bekamm ich Probleme mit Blutdruck in Verbindung mit zu viel Gewicht, das ich aber schon lange hatte.
    Im Internet bin ich auf LaVita gestossen und nehme es jetzt regelmäßig.
    Jetzt fühle ich mich viel besser weil
    -ich ohne grosse Anstrengung 17 kg abgenommen habe
    -in Verbindung mit Bewegung (Laufen, Radfahren min. 4 x die Woche)
    -fühle mich Leistungsstark
    – und vor allem ohne masive Krämpfe in den Beinen, die ich früher nach
    1 Std. Gardenarbeit bekam (regelmässig)
    Meine Größten Leistungen waren in 3Tagen 90Km Laufen und 80km Radfahren am Stück. ( Wie gesagt ohne Krämpfe)
    mfg
    R.Rüger
    PS: Gegen den Butdruck benötige ich nur noch ein ganz schwaches Mittel
    und nur eine halbe Tablette am Tag.

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