Zu viel Stress? Das sind die Warnsignale Ihres Körpers shutterstock_334483079_Nataliya Arzamasova

Stress: Auf diese 5 Warnsignale sollten Sie achten

Unser Körper sendet uns Warnsignale wenn der Stress Überhand nimmt. Oft sogar, bevor wir selber merken, dass uns etwas fehlt. Hören Sie auf Ihren Körper und achten Sie auf diese Anzeichen. Je früher Sie die Stress-Bremse ziehen, desto besser.
von Dunja Rieber

Unser Körper ist zäh, zumindest eine Zeit lang. Er hält andauernden körperlichen Stress aus, wenn der Job oder die Pflege Angehöriger beansprucht. Er verzeiht auch ständigen psychischen Druck oder Probleme, die wir zu lange verdrängen. Ein paar Monate, manchmal Jahre kann es gutgehen. Doch irgendwann schlägt der Stress auf unsere Gesundheit. Wenn wir die Anzeichen früh genug erkennen, können wir rechtzeitig gegensteuern.

Irgendwann sind die Reserven erschöpft

Stress gehört zum körperlichen „Notprogramm“ unseres Körpers. Unsere Nebennieren schütten das Stresshormon Cortisol aus, das Herz rast, der Blutdruck steigt. So setzen wir Energien in uns frei, die wir brauchen, um schwierige Situationen zu meistern. Früher war das für unser Leben existenziell: Unwetter, Angriffe von Tieren, der Kampf um Nahrung. Nur durch die Mechanismen, die Stress in uns auslösen, konnte der Mensch überleben. Solch akuter Stress ist allerdings auch schnell wieder vorbei. Der Cortisolspiegel normalisiert sich innerhalb einer Stunde wieder und belastet uns nicht mehr.

Der Mensch besitzt ein Frühwarnsystem gegen Stress

Stress wirkt sich dann negativ auf unsere Gesundheit aus, wenn er dauerhaft wird. Chronischer Stress führt dann zu dauerhafter Anspannung, zu Erschöpfung, manchmal zu Burn-out. Dann wenn unsere Reserven erschöpft sind. Dazu muss es nicht kommen. Unser Körper signalisiert uns bereits früh, dass es ihm zu viel wird. Allerdings auf ganz unterschiedliche Weise und nicht immer ist es offensichtlich, dass hinter den Beschwerden der Stress steckt.

Fünf Warnsignale, dass uns Stresshormone belasten

1. Rückenschmerzen

Es ist nicht nur, dass gestresste Büromenschen oft stundenlang im Stuhl ausharren. Ein hohes Level an Stresshormonen steigert auch unser Schmerzempfinden. Auch kleinere Reize werden als Schmerz wahrgenommen. Geht das längere Zeit so, entwickelt sich ein Schmerzgedächtnis – der Schmerz bleibt dauerhaft. Schmerz und Stress werden sogar in ähnlichen Hirnregionen verarbeitet. Anerkannte Schmerzzentren setzen in diesen Fällen auf Yoga, Autogenes Training und Meditation, um den gesamten Körper wieder in Einklang zu bringen – mit Erfolg.

2. Kopfschmerzen

Ähnlich wie bei Rückenschmerzen auch, erhöhen Stresshormone unser Schmerzempfinden. Das ist bei Kopfschmerzen ähnlich. Hinzu kommt: Wir vergessen im Alltag oft genügend Wasser zu trinken. Unser Körper besteht zu über 70 Prozent aus Wasser und sind wir schlecht hydriert, beeinflusst das auch unser Herz-Kreislauf-System sowie das Gehirn und es kann zu Kopfschmerzen kommen. Tipp: Trinken Sie beim ersten Pochen langsam ein Glas Wasser. Oft bessern sich die Beschwerden dadurch.

3. Verdauung und Reizdarm

Unser Magen-Darm-Trakt reagiert äußerst empfindlich auf Cortisol. Heute wissen Forscher, dass unser Darm unter Stress auch schlechter durchblutet und versorgt wird – veränderte Darmbewegungen, Schmerzen und Verstopfung können die Folge sein. Liegen keine weiteren Ursachen wie Unverträglichkeiten oder Allergien vor, gilt dauerhafter Stress auch als Auslöser für das Reizdarmsysndrom.

4. Schlafprobleme

Normalerweise sinkt unser Level an Stresshormonen in der Nacht, damit wir Erholung finden können. Die Stressreaktion unseres Körpers kann das verhindern: Wenn wir zu viel Cortisol im Blut haben, finden wir nicht nur schlecht in den Schlaf, wir schlafen auch schlechter durch.

5. Heißhunger und Übergewicht

Sie haben vor allem am Bauch zugenommen, obwohl Sie sich wie gewohnt ernähren? Cortisol wirkt sich auch auf unseren Stoffwechsel aus und fördert die Einlagerung von Körperfett insbesondere in der Körpermitte. Stresshormone kurbeln auch den Teufelskreis von einem hohen Blutzucker- und Insulinspiegel an, der letztlich in Heißhunger mündet.

Fazit: Unser Körper zeigt uns eigentlich also ganz genau, wenn etwas nicht stimmt. Jetzt müssen wir nur noch auf unser Frühwarnsystem hören. Vorbeugen ist immer besser als Handeln, wenn es schon zu spät ist!

Sie haben das Gefühl, dass Ihre Gesundheit bereits unter zu viel Belastung leidet, Ihr Leben immer hektischer geworden ist und Ihre Work-Life-Balance aus dem Gleichgewicht gerät? Die Symptome zu erkennen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung zur Vermeidung von Burnout. Und auch wenn wir Stress nicht immer vermeiden können: Mit Stress umgehen, kann man lernen. Wie das funktioniert? Hier geht’s zum Anti-Stress-Programm.

Foto: shutterstock/436772806/Leszek Glasner


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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

5 Kommentare

  • Beim Intervallfasten sprechen Sie von 8 Std Essensphase in der drei Mahlzeiten im Abstand von 3-4 Std. eingenommen werden sollten? Hier passen doch- höchstens 2 ins Zeitfenster? Oder ginge 11.00 Uhr ca. Frühstück bis 11.30 Uhr , 14.30 Uhr Mittag bis 15.00 Uhr und letzte Mahlzeit abends von
    18.30 – 19.00 Uhr? Das wären dann 3 – 3,5 Std. Die Essenszeit muss doch auch berechnet werden für den Abstand oder? Die Essenspausen tun mir auf jeden Fall gut, da ich große Magenprobleme habe (Helicobakter wahrscheinlich). spätes Abendessen, wenn auch leicht verursacht sofort morgendliche Übelkeit. Also spätenstens ab 19.00 Uhr fasten, ggf früher hat mir sehr geholfen schon nach wenigen Tagen. Lavita nehme ich seit 8 Tagen dann mittags. Habe als alleinerziehende Selbständige dementsprechend hohes Stresslevel. Für weitere Tipps wäre ich sehr dankbar ; z.B. für die Art der Lebensmittel für mich speziell. Teilweise verursacht schon ungesüsster aromatisierter Tee Sodbrennen.
    LG G. Dams

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Hallo Frau Dams,
      Es stimmt, die Zeit fürs Essen muss berücksichtigt werden. Es ist immer gut, sich Zeit zum Essen zu nehmen und 3,5 Stunden Essenspause sind völlig ausreichend. Die von Ihnen vorgeschlagenen Essenszeit zwischen 11 und 19 Uhr ist daher optimal zum Intervallfasten. Viele Tipps für einen schonende Kost, wenn der Magen rebelliert, können Sie in diesem Artikel nachlesen.
      Herzliche Grüße und alles Gute für Sie!
      Dunja Rieber

      • Nach der traditionellen chinesischen Medizin ist zwischen 7-9 Uhr die Uhrzeit, zu der der Magen am besten arbeiten kann. Ich hatte früher viele Jahre immer wieder z.T. schlimme Probleme mit Sodbrennen. Seit ich meine Hauptmahlzeit (ja, richtig gescheit mit kochen und so; man muss ja nicht stundenlang kochen) auf morgens verlegt habe, gehört das der Vergangenheit an. Nur mal zur Inspiration! Es braucht eine Umgewöhnung, die sich aber lohnt. Außerdem freut sich der Organismus über die (am besten warme!) Nahrung, diese frühe Mahlzeit hält richtig lang an und verschafft keinen Heißhunger, sondern gute Power. Der alte Kurarzt F.X. Mayr wusste das auch. Er sagte „Morgens essen wie ein Kaiser, mittags wie ein Fürst, abends wie ein Bettler.“ Hinzu kommt, dass wir hier unsere Hauptmahlzeit unter der Woche oft ab 19-21 Uhr einnehmen – das ist dann genau die Zeit, in der lt. TCM unser Magen EIGENTLICH Ruhepause haben sollte. Kein Wunder, dass er aus dem Ruder läuft. In Spanien ißt man auch sehr spät – üblicherweise findet das Abendessen ab 21 Uhr statt. Also ab der Zeit, ab der der Magen wenigstens mal Pause hatte.

  • Andreas Messerer

    Sehr Interessanter Artikel der viele Zusammenhänge aufzeigt, die manchem so nicht bewusst sind – Vielen Dank dafür!

  • Ramona Helmvoigt

    Hallo Frau Rieber,
    Ich finde den Artikel über die Stressprobleme toll, zeigt er mir doch vielleicht eine Erklärung meiner Symptome. Bis auf 4. trifft alles zu. Aber da es schon länger geht, brauchte ich ein paar Tips, wie ich wieder rumlaufe.
    Danke und viele Grüße
    Ramona H.

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