Im Grünen sein - auch das entspannt. privat

„Ich ernähre mich so, dass der Stress kaum Chancen hat. Und ich versuche, das Leben etwas spiritueller zu betrachten“

Buchautorin, Moderatorin und Dreifach-Mama Anna Funck geht das Thema Stress gerne ganzheitlich an – körperlich und geistig. Wie sie das macht, erzählt sie im Interview und verrät ihre persönlichen Tricks gegen den Stress.
von Daniela Stewens

Das Baby wacht nachts mehrmals auf, am Morgen klingelt der Wecker aber unbeirrt, weil das eine Kind in die Schule muss und das andere in der Kindergarten. Zwischen Einkaufen und Mahlzeiten zubereiten, Hausaufgaben und Spielen, Windel wechseln, Putzen und Aufräumen noch kurz Interviewanfragen beantworten, Verhandlungen mit Verlagen führen oder ein Kapitel fürs neue Buch schreiben. Sie sind nicht nur Mutter, Autorin und Moderatorin sondern auch neuerdings auch Vermieterin von Ferienappartements. Wie schaffen Sie das alles?

Stress hat ja zwei Gesichter: Es gibt den guten, der uns beflügelt, anspornt und einen in den sogenannten Flow versetzt. Und den schlechten, der Pickel, graue Haare und schlechte Laune sprießen lässt. Den letzteren will man nicht. Ist ein Miststück. Und den muss man definitiv an die Hundeschnappleine legen. Ihr erinnert Euch? Das Teil aus den Achtzigern, das einen zum Herrchen macht. Ich gehe das Ganze ja gerne ganzheitlich an, sprich körperlich-geistig.

Wie machen Sie das?

Ich fange mit der Ernährung an, denn du bist, was du isst. Ja, ich weiß, der Spruch ist nicht neu, aber so wahr. Ich ernähre mich also so, dass der Stress gar keine Chance hat. Wie das geht? Ganz einfach: Ein unterversorgter Körper ist gestresster als ein gesunder. Also wird das Richtige gefuttert. Und ich trinke unterstützend –  für eine gute Basis an Vitaminen und Spurenelementen. Denn auch Ungleichgewichte im Mikronährstoffhaushalt können Stressgefühle machen, als wärst du Boris Becker und der Alltag das Finanzamt. Auch ein Darmbakterienmanko. Also werfe ich gerne noch ein paar gute Darmbakterien ein- macht auch gleich noch die Haut schön- zwei Fliegen mit einer Stressklappe! Parallel esse ich Serotonin-Superfoods. Allen voran Cashewkerne, Möhren und Bitterschokolade. Die kurbeln den Körper so richtig schön für den Wechsel in den Feeldgood-Modus an.

Und für den Kopf?

Ganz einfach: Das Leben etwas spiritueller betrachten. Kein Witz! Gilt auch für Nicht-Spirituelle, die nicht fünf Stunden in der Klangschale rumrühren können. Ich bin ja für den spirituellen Ansatz zum Zusammenklappen, denn handgeklöppelte Lederschuhe sind nicht so meins. Modern, reißfest und abwaschbar muss er sein. Pragmatisch und praktisch. Mamatauglich und »to go« für die Mittagspause im Büro. Und das auch ohne 750-Euro-Online-Selbstfindungsseminar.

Welche Gedanken helfen bei Stress?

Ganz oft sind es immer dieselben Gedanken, die uns stressen: Schaffe ich das? Mal im Sinne von: Kann ich das überhaupt? Bin ich gut genug? Oder: Reicht die Zeit? Mein erster Chef im TV-Business gab mir mal einen sehr guten Rat, den ich nie vergessen habe: „Fang! Einfach! An!“ Klingt banal? Mag sein, aber das sind gute Tipps oft. Ich denke, man muss nicht immer eine Vollzeit-Vision seines »göttlichen Plans« haben. Oder das perfekte Zeit-Management für eine Aufgabe. Man kann auch über Umwege und Abkürzungen ins Glück stolpern. Oder mit großen Zielen ins unbezahlte Langzeitpraktikum. Sie kennen grob ihre Richtung, haben ein, zwei Träume? Prima. Dann laufen Sie los – und was passiert zwischendurch? Das Leben. Vielleicht Wunder. Zufälle. Und das ist meistens gut so. Einfach anfangen.

Wir sorgen und stressen uns ständig. Was hilft dagegen?

In diesem Fall kommt der beste Tipp von meiner Nachbarin Hanne (84) und ist sehr gut anwendbar: »Gib es ab!«, sagt sie immer, »wohin ist egal. Ans Universum. Eine höhere Macht. Ans Schicksal. Gott. Oder ersetze es. Durch etwas anderes.« Spontan denke ich immer an das Fabergé-Ei aus Oceans Eleven. Oder wie meine Cousine sagen würde: »Mach einfach deine Nägel.« Denn der Mensch kann nicht zwei Dinge auf einmal denken. Und so übe ich mich seitdem immer mal wieder in gesunder Verdrängung dessen, was noch nicht ist und Konzentration auf den Moment: Nägel lackieren. Kaffee trinken. Windel wechseln. Probieren Sie es mal – es klappt!

Stress kann einen ganz schön auffressen – vor allem, wenn wir die Umstände nicht ändern können. Was ist Ihr SOS-Plan im Fall einer Panikattacke?  

  1. Erste-Hilfe-to-go im Alltag: Immer einen Schritt nach dem anderen. Und beim Kücheaufräumen, einfach den inneren Kraftort in uns entdecken: Das können Zukunftsträume oder schöne Erinnerungen sein. Ein Ort, den man liebt und an den man sich gedanklich mal zurückzieht.
  2. Entspannen Sie sich – es ist außerhalb ihrer Kontrolle. Also können Sie sich auch gleich zurücklehnen, statt sich kaputt zu grübeln. Versuchen Sie anzunehmen, was ist und was nicht zur verändern ist.
  3. Wechseln Sie die Perspektive: Fahren Sie ans Meer, an einen See, in die Berge, in den Wald, gehen Sie spazieren und stellen Sie sich unter einen alten Baum. In der Natur merken wir: sind ziemlich endlich. Und wer will sein ganzes Leben mit doofen Gedanken verbringen? Sehen wir unser Leben besser im „Großen-Ganzen“. Läuft alles in Wellen. Mal sind wir oben, mal unten. Irgendwann zieht immer ein Sturm auf- aber das ist nur temporär.

Liebe Anna Funck, vielen Dank für das Gespräch!

Anna Funck, TV-Moderatorin, Produzentin und Autorin, wurde 1980 in Lübeck geboren. Sie lebt mit ihrem bayerischen Mann und den drei Töchtern an der Ostsee. In ihrem aktuellen Buch „Erleuchtung to go“ wirft Anna Funck einen Blick hinter die Kulissen des Achtsamkeitstrends – ehrlich und mit Feel-Good-Faktor.

Mehr erfahren: Welche Stoffe in unserer Ernährung für innere Ruhe und Gelassenheit von Vorteil sind, lesen Sie hier.

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Daniela Stewens

ist seit 2015 im Bereich Marketing bei LaVita tätig. Seit ihrem Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaft gehört ihre Leidenschaft der Öffentlichkeitsarbeit für starke, authentische Marken mit Visionen und Geschichte. Dabei versucht sie nicht nur, Familie und Beruf unter einen Hut, sondern auch gesunde und schnelle Mahlzeiten für die drei Kinder auf den Tisch zu bringen.

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