Weniger Zucker in den Kaffee für mehr Gesundheit Pair Srinrat/shutterstock.com

8 Tipps gegen das süße Verlangen: Besser leben mit weniger Zucker

Ist Zucker der neue Tabak? Wenn es nach Ernährungswissenschaftlern geht, ja. Denn immer deutlicher zeigen unabhängige Studien, wie sehr übermäßiger Zuckerkonsum unsere Gesundheit gefährdet. Doch es ist gar nicht so leicht vom Zucker die Finger zu lassen“, Forscher unterstellen ihm sogar Suchtpotenzial. Diese 8 Tipps helfen Ihnen zu einem besseren Leben mit weniger Zucker.

von Cora Högl

1. Zucker am besten Schritt für Schritt reduzieren

Wer langfristig etwas erreichen möchte, sollte auch langfristig planen. Hauruck-Aktionen fühlen sich im ersten Moment gut an, die Motivation kann man aber meistens nicht lange aufrechterhalten und dann ist die Frustration am Ende umso größer. Unsere Gesundheit hat von alldem nichts, denn eine Ernährungsumstellung (-verbesserung) kann immer erst nach einiger Zeit wirken. Wer sich Schritt für Schritt an ein Leben mit weniger Zucker gewöhnt, trainiert seinen Geschmackssinn. Der Verzicht gelingt dann irgendwann ganz automatisch. Wenn Sie also beispielsweise Ihre Kaffee gern mit zwei Teelöffeln Zucker trinken, können Sie erst einmal auf eineinhalb Teelöffel pro Tasse reduzieren. Eine Woche später versuchen Sie mit nur einem Teelöffel auszukommen usw.

2. Weniger Zucker: Umgewöhnen statt Ersetzen

Zuckeralternativen sind zurzeit hoch im Trend. Doch egal ob Kokosblütenzucker, Xylit oder künstliche Süßstoffe: Sie alle kaschieren nur unsere Sucht nach Zucker. Wenn jedoch das Ziel ist, dauerhaft weniger süß durchs Leben zu gehen, dann bringen uns diese „Ersatzdrogen“ nicht weiter.

3. Süßigkeiten reduzieren – nur wie?

Einfach die Süßigkeiten reduzieren! Was banal klingt, ist aber oft gar nicht so einfach. Denn das Verlangen nach etwas Süßem steckt uns in den Genen. Der erste Schritt zu einem Leben mit weniger Zucker ist daher, keine Süßigkeiten mehr zu kaufen. So haben Sie die Versuchung nicht immer direkt vor Augen.

Oft genug bekommen wir Süßes geschenkt oder werden zum Kuchen eingeladen. Dann ist eine Ausnahme auch gar kein Problem. Schließlich soll uns eine gesündere Lebensweise nicht gleich zum sozialen Außenseiter machen.

4. Zutatenlisten im Supermarkt checken

Apropos einkaufen: Zucker versteckt sich in fast jeder Zutatenliste. Doch nicht immer ist er leicht zu entdecken, denn Zucker hat viele Namen: Saccharose, Dextrose, Fructosesirup, Glukosesirup, Laktose, Maltodextrin sind nur einige Beispiele. Tipp: Die Position in der Zutatenliste gibt dabei die relative Menge des Zuckers an. Je weiter vorne, desto mehr Zucker ist beigesetzt.
Möchten Sie auf ein Produkt gar nicht verzichten, dann sollte Zucker auf keinen Fall die Hauptzutat sein. Fast immer gibt es mehrere alternative Marken, deren Zusammensetzung man vergleichen kann.

5. Fertigprodukte so oft es geht vermeiden

Fertigprodukte sind industriell hochverarbeitete Produkte. Durch die Verarbeitung geht jedoch schnell das natürliche Aroma verloren. Den Geschmack versuchen die Hersteller dann kostengünstig wieder durch den Zusatz von Zucker zu verbessern. Verzichten Sie daher soweit wie möglich auf Fertigprodukte. Sollten Sie doch einmal danach greifen, überprüfen Sie die Zutatenliste und wählen Sie die gesündeste Alternative. Bei welchen Fertigprodukten Sie ohne schlechtes Gewissen zugreifen können, zeigen wir Ihnen hier: Gesunde Fertiggerichte

6. Wenn es mal etwas Besonderes sein soll: Machen Sie Ihre eigenen Süßigkeiten!

Es steht ein Geburtstag an und Sie laden Freunde ein? Dann darf natürlich ein Geburtstagskuchen nicht fehlen! Auch in der Adventszeit müssen Sie nicht aufs Plätzchenbacken verzichten. Klassische Backrezepte enthalten aber meist reichlich Zucker. Halbieren Sie einfach die Zuckermenge – der Genuss bleibt gleich, vor allem wenn Sie sich im Alltag schon an den geringeren Zuckerkonsum gewöhnt haben. Rezept mit wenig Zucker finden Sie auch hier: Rezepte

7. Ernennen Sie Wasser zu Ihrem Lieblingsgetränk

Ich persönlich kenne viele, denen Wasser als Getränk einfach zu fad ist. Eine Saftschorle oder ein Softdrink muss dann jedes Mal als Durstlöscher herhalten. Doch damit nehmen wir unnötig viel Zucker über den Tag verteilt auf. Und das Tückische: Durch die flüssige Form geht der Zucker besonders schnell ins Blut. Der Blutzuckerspiegel schnellt nach oben und sinkt kurz danach wieder rasant ab. Dann verlangt der Körper nach Nachschub. Versuchen Sie daher grundsätzlich über den Tag verteilt nur Wasser oder ungesüßten Tee als Durstlöscher zu trinken. Auch hier müssen Sie nicht von heute auf morgen einen radikalen Schnitt machen.

Verdünnen Sie einfach von Tag zu Tag Ihren Saft oder die Limo mit immer mehr Wasser. Schon bald werden Sie sich an den neutralen, erfrischenden Geschmack von Wasser gewöhnt haben. Und zu besonderen Gelegenheiten darf es dann auch wieder das Lieblingsgetränk sein – es sollte dann aber eher als Süßigkeit und nicht als Durstlöscher betrachtet werden.

8. Setzen Sie sich selbst Ziele

Nur wenn Sie jederzeit wissen, warum Sie auf Zucker verzichten wollen, können Sie auch dauerhaft standhaft bleiben. Andernfalls siegt die Gewohnheit: unsere Sucht nach Zucker.

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Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita und aktuell in ihrer ersten Babypause. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

4 Kommentare

  • Petra James

    Hallo – ich habe eine Frage bzgl. Zucker – er ist in fast allen Lebensmitteln enthalten. Möchte ich Lebensmittel kaufen ohne Zucker – gibt es da evtl. schon eine Liste – was ich wo bekommen kann?

  • Hannelore Rentsch-Millin

    Vormittags wird nichts genascht. Es kommt auch kein süßes Frühstück auf den Tisch. Nach dem Mittagessen nasche ich, wonach ich gerade verlange. Nach 18 Uhr wird nichts mehr gegessen und beim TV nichts genascht, vorher höchstens paar Nüsse. Die sättigen auch und bei mir stellt sich kein Naschverlangen mehr ein. So fühle ich mich auch gewichtsmäßig ganz gut.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Hallo Frau Rentsch-Millin,
      Es freut mich, dass es bei Ihnen so gut klappt! Wenn wir weniger Süßes essen und mehr auf eine gesunde Ernährung achten, stellt sich unser Körper um und verlangt nach einiger Zeit deutlich weniger nach zuckrigen Naschereien. Machen Sie ruhig weiter so.
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

  • Andrea Meixner

    Nach der Lehre der TCM sollen in einer Mahlzeit alle 5 Geschmacksrichtungen enthalten sein, damit alles Organe „zufrieden“ sind und sich ein wohliges Sättigungsgefühl einstellt. Es müsste wohl ein Stück Obst (wie es die Italiener oft machen) als Nachtisch ausreichen, um dieses Gefühl zu erzeugen. Ich bekomme allerdings nach Obst dann wieder Hunger, nach einem Keks mit ungesundem Zucker aber nicht. Woran liegt das und gibt es eine bestimmte Portion Obst, die man essen muss, damit dieses Hungergefühl dann nicht mehr auftaucht oder gibt es Obstsorten, die das verhindern und günstiger sind?

    Herzliche Grüße und Danke für den tollen Artikel!
    Andrea Meixner

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